Aufgaben nach Gefühl zu sortieren, funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt – Ivan Radosevic aus Frankfurt zeigt, wie ein klares System dauerhaft mehr leistet.
Viele Berufstätige priorisieren intuitiv – und stoßen dabei regelmäßig an ihre Grenzen. Was sich dringend anfühlt, ist selten das Wichtigste, und was wirklich wichtig wäre, bleibt liegen. Dieses Muster kostet täglich Zeit, Energie und Nerven. Ivan Radosevic hat sich eingehend mit der Frage beschäftigt, wie Priorisierung vom Bauchgefühl zur verlässlichen Methode wird – und teilt acht Regeln, die im Berufsalltag sofort anwendbar sind und nachhaltig Wirkung zeigen.
Aufgabenpriorisierung ist eine der grundlegendsten Führungskompetenzen – und gleichzeitig eine der am häufigsten unterschätzten. Wer keine klare Methode hat, verliert sich schnell im Tagesgeschäft, reagiert statt zu gestalten und arbeitet viel, ohne wirklich voranzukommen. Ivan Radosevic aus Ludwigshafen hat in seiner Arbeit als Management-Experte beobachtet, dass dieses Problem branchenübergreifend auftritt – bei erfahrenen Führungskräften genauso wie bei Berufseinsteigern. Seine acht Prioritäten-Regeln sind das Ergebnis dieser Beobachtungen und bieten einen klaren, praxistauglichen Rahmen für mehr Struktur im Arbeitsalltag. Wer sie konsequent anwendet, wird schnell merken, dass sich nicht nur die Produktivität verbessert, sondern auch das allgemeine Gefühl von Kontrolle und Klarheit im Berufsalltag.
Ivan Radosevic: Wenn das Bauchgefühl nicht mehr ausreicht
Intuition ist wertvoll – aber sie ist kein verlässliches Priorisierungssystem. Im Berufsalltag führt rein intuitives Handeln dazu, dass lautstarke, aber unwichtige Aufgaben die stillen, aber entscheidenden verdrängen. Wer immer auf das reagiert, was gerade am lautesten nach Aufmerksamkeit verlangt, verliert den Blick für das, was wirklich zählt.
Ivan Radosevic betont, dass bewusste Priorisierung nicht bedeutet, mehr zu arbeiten. Es bedeutet, die richtige Arbeit zur richtigen Zeit zu erledigen. Das klingt einfach – erfordert aber ein System, das auch unter Druck funktioniert. Die folgenden acht Regeln bilden genau dieses System.
Warum scheitern so viele Menschen an der Aufgabenpriorisierung?
Das Problem liegt selten am Willen, sondern an fehlenden Strukturen. Ivan Radosevic aus Ludwigshafen beobachtet in seiner Praxis regelmäßig, dass Menschen zwar wissen, dass sie priorisieren sollten – aber nicht wissen, wie. Ohne klare Kriterien entscheidet am Ende das Gefühl, und das Gefühl orientiert sich an Dringlichkeit, nicht an Wichtigkeit. Wer das einmal verstanden hat, hat den ersten und entscheidenden Schritt zu einem besseren Umgang mit Aufgaben gemacht.
1. Aufgaben nach Wichtigkeit, nicht nach Dringlichkeit sortieren
Die wichtigste Regel zuerst: Dringlichkeit und Wichtigkeit sind nicht dasselbe. Ivan Radosevic empfiehlt, Aufgaben bewusst danach zu unterscheiden, welche tatsächlich einen Einfluss auf die eigenen Ziele haben – und welche nur deshalb dringend wirken, weil jemand anderes sie gerade einfordert. Wer diesen Unterschied nicht macht, arbeitet für die Prioritäten anderer, nicht für die eigenen.
2. Die Eine-Aufgabe-Frage stellen
Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, die Ivan Radosevic konsequent anwendet: Wenn nur Zeit für eine einzige Aufgabe bliebe – welche wäre das? Diese Frage zwingt zur Klarheit und deckt auf, was wirklich an erster Stelle stehen sollte. Die Antwort darauf gehört ganz oben auf die Tagesliste – unabhängig davon, wie viele andere Aufgaben gleichzeitig auf Erledigung warten.
3. Aufgaben bereits vor der Arbeitswoche strukturieren
Ivan Radosevic nutzt den Sonntagnachmittag, um To-do-Listen zu erstellen und einen Überblick über die kommende Woche zu gewinnen. Dieser einfache Schritt verhindert, dass der Montag bereits im Chaos beginnt – und gibt dem Kopf die Möglichkeit, entspannt in die Woche zu starten, statt sofort in den Reaktionsmodus zu verfallen. Wer seine Aufgaben kennt, bevor die Woche beginnt, behält die Kontrolle und startet fokussierter in jeden neuen Tag.
4. Die Tagesliste realistisch halten
Einer der häufigsten Fehler im Umgang mit Aufgaben ist eine zu lange Tagesliste. Ivan Radosevic empfiehlt, die täglichen Aufgaben bewusst zu begrenzen – lieber fünf Punkte vollständig erledigen als zehn halbherzig angehen. Wer abends auf eine Liste schaut, auf der mehr offen als erledigt ist, nimmt das Gefühl des Scheiterns mit in den nächsten Tag. Das bremst die Motivation langfristig stärker, als es die gesparte Planungszeit je wert wäre.
5. Kritische Aufgaben sofort erkennen und vorziehen
Nicht alle Aufgaben haben dasselbe Gewicht. Ivan Radosevic betont, dass Aufgaben, die andere blockieren oder den gesamten Arbeitsfluss verzögern könnten, besondere Aufmerksamkeit verdienen – unabhängig davon, ob sie sich dringend anfühlen oder nicht. Wer kritische Abhängigkeiten früh erkennt und entsprechend handelt, verhindert Folgeprobleme, die deutlich mehr Zeit kosten als die ursprüngliche Aufgabe.
Aufgaben nach ihrer Wirkung bewerten
Ein nützliches Kriterium, das Ivan Radosevic empfiehlt, ist die Frage nach der Wirkung: Welche Konsequenzen hat es, wenn diese Aufgabe nicht oder zu spät erledigt wird? Aufgaben mit hohen Folgekosten bei Verzögerung verdienen grundsätzlich Vorrang – unabhängig davon, wie angenehm oder unangenehm ihre Erledigung ist.
6. Kleinaufgaben bündeln statt verteilen
Kleine Aufgaben wie das Beantworten von E-Mails oder kurze Rückmeldungen sind notwendig, aber sie sollten nicht den gesamten Tag strukturieren. Ivan Radosevic aus Ludwigshafen empfiehlt, solche Aufgaben zu bündeln und in festen Zeitfenstern abzuarbeiten, statt sie spontan zwischen wichtigere Arbeiten zu streuen. Wer jede eingehende Mail sofort beantwortet, verliert den Fokus auf die eigentlich wichtigen Aufgaben – und kommt am Ende des Tages kaum voran.
7. Kollegialen Input zur Schärfung der Prioritäten nutzen
Manchmal ist der eigene Blick auf die Aufgabenliste zu nah, um klar zu sehen. Ivan Radosevic rät, regelmäßig eine vertraute Person einzubeziehen, die einen frischen Blick auf die eigenen Prioritäten wirft. Dabei geht es nicht darum, die Liste zu verlängern, sondern sie zu schärfen. Wenn eine neue Aufgabe hinzukommt, muss eine andere gestrichen oder delegiert werden – sonst wächst die Liste, statt fokussierter zu werden.
Folgende Grundsätze gelten dabei:
- Der externe Blick dient der Schärfung, nicht der Erweiterung der Liste
- Neue Aufgaben erfordern immer eine Gegenprüfung: Was fällt dafür weg?
- Der kollegiale Input ersetzt nicht die eigene Entscheidung, sondern ergänzt sie
- Regelmäßigkeit ist entscheidend – einmalige Überprüfungen bringen wenig
8. Delegation als festen Bestandteil der Priorisierung verstehen
Die letzte Regel ist eine, die viele Führungskräfte lange unterschätzen: Nicht alles, was auf der eigenen Liste steht, muss auch von der eigenen Person erledigt werden. Ivan Radosevic betont, dass Delegation kein Zeichen von Überforderung ist, sondern ein Zeichen von Klarheit über die eigenen Kernaufgaben. Wer erkennt, welche Aufgaben andere genauso gut oder besser erledigen können, schafft Raum für das, was wirklich die eigene Aufmerksamkeit erfordert.
Folgende Fragen helfen dabei, Delegationspotenzial zu erkennen:
- Erfordert diese Aufgabe zwingend meine persönliche Expertise?
- Würde jemand anderes diese Aufgabe mit weniger Aufwand erledigen können?
- Was könnte ich in der Zeit tun, die durch Delegation frei wird?
- Trägt die Erledigung dieser Aufgabe durch mich direkt zu meinen wichtigsten Zielen bei?
Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, wird feststellen, dass ein erheblicher Teil der eigenen Aufgabenliste delegierbar ist – und dass die verbleibenden Aufgaben mit deutlich mehr Fokus und Energie angegangen werden können.




